Die Partizipationspyramide ist ein Stufenmodell, das die unterschiedlichen Intensitätsgrade bei der Bürgerbeteiligung jeweils aus der Perspektive der Institution sowie der Beteiligten darstellt.
Die Partizipationspyramide wurde von Gaby Straßburger und Judith Rieger entwickelt und hat vor allem den Bereich der Sozialen Arbeit im Fokus. Auch wenn sich deren Partizipationsbegriff („Partizipation bedeutet, an Entscheidungen mitzuwirken und damit Einfluss auf das Ergebnis nehmen zu können. Sie basiert auf klaren Vereinbarungen, die regeln, wie eine Entscheidung gefällt wird und wie weit das Recht auf Mitbestimmung reicht.“) etwas von dem hier im Lexikon definierten Begriff Partizipation unterscheidet, ist die Pyramide dennoch wertvoll für die Planung guter Beteiligung.

Die einzelnen Ebenen der Partizipationspyramide zeigen, wie stark Beteiligte jeweils auf Entscheidungen und Prozesse einwirken können. Die beiden Pyramidenseiten stehen dagegen für zwei unterschiedliche Blickrichtungen auf Beteiligung. Straßburger und Rieger differenzieren dabei zwischen Verfahren, die überwiegend von Fachkräften oder Organisationen initiiert und gesteuert werden, und solchen, die aus der Bürgerschaft selbst heraus entstehen und von ihr getragen werden. Entsprechend steht die linke Seite der Pyramide für die Sicht professioneller Akteur*innen und institutioneller Strukturen, während die rechte Seite die Perspektive der Bürger*innen repräsentiert.
Literatur: Straßburger/Rieger (Hg.) Partizipation kompakt – Für Studium, Lehre und Praxis sozialer Berufe, Beltz Verlag, 2014