Methoden

Beteiligungsmethoden sind systematische Instrumente und Veranstaltungsformen, die es Menschen ermöglichen, aktiv an Entscheidungs-, Planungs- und Gestaltungsprozessen teilzunehmen.

Diese Veranstaltungsformen können grob in vier Kategorien eingeteilt werden:

Prozesse sind komplexe, meist mehrtägige Formen, die aus mehreren unterschiedlichen Methoden bestehen und oft ein klares Rahmenregelwerk haben. Typische Beispiele dafür sind die von Robert Jungk begründeten Zukunftswerkstätten oder die von Klaus-Peter Dienel entwickelten Planungszellen. Auch Bürgerräte gehören in diese Kategorie. Sie benötigen meist besonders in diesen Formaten geschulte Prozessgestalter*innen/Moderator*innen.

Formate sind ebenfalls klar definiert, meist mit einem markenähnlichen Begriff versehen (der teilweise sogar rechtlich geschützt ist). Auch sie setzen meist eine Kombination kleinerer Methoden ein, sind aber zumeist als eine durchgängige Veranstaltung konzipiert. Bekannte Formate sind zum Beispiel Barcamps, World Cafés oder LEGO® SERIOUS PLAY®. Sie benötigen in der Umsetzung mehrere Stunden bzw. einen ganzen Tag.

Methoden sind abgegrenzte Formen, die jeweils einem eigenen, konkreten Konzept/Regelsatz folgen. Viele Beteiligungsprozesse bestehen aus mehreren unterschiedlichen, aufeinander folgenden Methoden. Sie bilden das Grundgerüst Guter Beteiligung. Methoden sind zum Beispiel die Flussreise, die paradoxe Intervention, Kopfstand oder eine Fishbowl.

Tools schließlich sind kleine, kompakte Methoden, die schnell erklärt sind und nur wenige Minuten benötigen. Sie können als sogenannte Icebreaker, Warm-ups oder Energizer Gruppen aktivieren, Stimmungen lockern, aber auch Meinungsbilder herstellen und Reflexion ermöglichen.

Im Allgemeinen werden alle diese Formen als „Methoden“ bezeichnet. Man sollte sich jedoch bei der Auswahl geeigneter Methoden darüber im Klaren sein, welche Form benötigt wird.

Es gibt hunderte unterschiedliche Methoden, die für den Einsatz in der Bürgerbeteiligung geeignet sind. Doch nicht jede Methode ist für jede Situation optimal. Die Auswahl der geeigneten Methode kann und sollte nach diversen Kriterien erfolgen. Dazu gehören zum Beispiel das Ziel bzw. die Aufgabe in der jeweiligen Beteiligungsphase:

  • Informieren
  • Aktivieren
  • Diskussion starten
  • Meinungen und Reaktionen
  • Analysieren
  • Planen und entwickeln
  • Entscheiden
  • Vernetzen
  • Längerfristig zusammenarbeiten
  • Konflikte bearbeiten

Aber es gibt noch weitere Kriterien, zum Beispiel:

  • Die zur Verfügung stehende Zeit
  • Die Anzahl der Teilnehmenden
  • Die räumlichen Möglichkeiten
  • Die möglichen Kosten
  • Die Art der Veranstaltung (Präsenz, digital, hybrid)
  • Die Kompetenzen der Beteiligten (Schreiben, Sprechen, Beweglichkeit, Hörverstehen)
  • Die angestrebte Beteiligungstiefe
  • Die Homogenität der Gruppe
  • Der angestrebte Grad der Aktivierung
  • Die Schwierigkeit der Moderation
  • Die Möglichkeit der Dokumentation

Die Fähigkeit, anhand der obigen Kriterien eine passende Methode auszuwählen, diese gut vorzubereiten sowie sie bei Bedarf anzupassen oder kurzfristig auszutauschen, bezeichnen wir als Methodenkompetenz.