Teilnehmerakquise

Teilnehmerakquise beschreibt unterschiedliche Konzepte und Maßnahmen zur Gewinnung von Beteiligten für einen Beteiligungsprozess.

Jeder Beteiligungsprozess braucht Beteiligte. Sie zu gewinnen, ist die Aufgabe der Teilnehmerakquise. Dabei gibt es grundsätzlich drei unterschiedliche Ansätze:

  1. Offene Einladungen basieren auf dem Konzept der Selbstrekrutierung. Identifizierte Betroffene werden persönlich und/oder öffentlich eingeladen. Alle Menschen, die sich betroffen fühlen oder auch nur interessiert sind, können teilnehmen.
  2. Einladungsbasierte Beteiligung rekrutiert bewusst Akteure aus unterschiedlichen Betroffenengruppen. So soll eine Vertretung möglichst vieler Perspektiven im Prozess ermöglicht werden. Zugleich wird sichergestellt, dass eine arbeitsfähige Gruppengröße entsteht und die Kosten kalkulierbar bleiben.
  3. Losbasierte Beteiligung lost sogenannte Zufallsbürger aus, meist unter Berücksichtigung diverser sozioökonomischer Kriterien (z. B. Alter, Geschlecht, Bildung, Region, Religion)

Die Art der Teilnehmerrekrutierung hat großen Einfluss auf den Verlauf und die Ergebnisse der Beteiligung, aber auch auf deren Akzeptanz bei den nichtbeteiligten Bürgerinnen und Bürgern. Bei konfliktbeladenen Themen produzieren losbasierte Formate regelmäßig gute Ergebnisse. Deren Akzeptanz ist aber oft gering, weil bereits bezüglich der Auswahl großes Misstrauen entsteht und die Nichtbeteiligung entscheidender Akteure nicht akzeptiert wird.

Andererseits ist bei Themen, die aus inhaltlichen oder regionalen Gründen sehr viele potenziell Betroffene haben, eine offene Einladung oft unrealistisch.

Die Art der Teilnehmerakquise ist deshalb mit Bedacht zu wählen und ein wichtiges Element jedes Beteiligungskonzeptes.