Hierarchiefaktor beschreibt den häufig vernachlässigten aber vorhandenen Einfluss von Machtstrukturen auf Beteiligung in Unternehmen und Organisationen.
Gute Beteiligung braucht Augenhöhe. Viele Organisations-Strukturen, zum Beispiel in Unternehmen, sind vom Gegenteil geprägt. Wenn die Hierarchie aber im Raum ist, wenn sie die Debatte prägt, dann wird es herausfordernd. Das gilt, wenn Vorgesetzte tatsächlich mit am Tisch sitzen, aber eben oft auch, wenn sie nicht persönlich anwesend sind. Kritik am Chef kann zum Bumerang werden, wenn sie ihm zugetragen wird. Die Frage, wie hierarchiefrei ein Diskurs gestaltet werden kann ist deshalb ein zentraler Erfolgsfaktoren in der betrieblichen Partizipation.
Die beste Beteiligung nutzt nichts, wenn die Beteiligten unter permanenter Überwachung durch Vorgesetzte stehen, diese gar mitwirken oder moderieren. Es ist wesentlich für die Beteiligungsqualität, dass Formate und Methoden ebenso wie die Teilnehmerauswahl so wenig Hierarchie wie möglich im Raum zulassen. In der betrieblichen Beteiligung wird sie immer eine gewisse Präsenz haben, diese aber so weitgehend wie möglich zu dämpfen ist essenziell.