Augenhöhe

Augenhöhe in der Bürgerbeteiligung beschreibt den Anspruch, dass alle Mitwirkenden einander gleichberechtigt begegnen und von gegenseitigem Respekt geprägt miteinander sprechen.

Gute Beteiligung stellt sicher dass unterschiedliche Sichtweisen, Anliegen und Interessen ernst genommen und als gleichermaßen legitim betrachtet werden. Angestrebt wird ein Austausch, in dem nicht Amtspositionen, Funktionen oder institutionelle Rollen den Ausschlag geben, sondern die Qualität der vorgebrachten Argumente.

Vollständig herstellen lässt sich Augenhöhe in Beteiligungsverfahren jedoch nicht. Zwischen Planenden, Verwaltung und Politik einerseits sowie Bürgerinnen und Bürgern andererseits bestehen strukturelle Unterschiede in Macht, Wissen und Einfluss. Die institutionellen Akteure verfügen in der Regel über mehr Informationen, größere Ressourcen und letztlich auch über die Befugnis, verbindliche Entscheidungen zu treffen. Gute Beteiligung nimmt diese Ungleichgewichte ernst und versucht, sie durch nachvollziehbare Verfahren, transparente Informationen, faire Gesprächsbedingungen und eine verlässliche Rückmeldung zum Umgang mit den Ergebnissen so weit wie möglich zu verringern.

Eine besonderer Herausforderung ist die Herstellung von Augenhöhe in hierarchischen Organisationen wie z.B. Unternehmen, aber auch Schulen oder beim Militär. Hier wird zwar eine möglichst hohe Hierarchiefreiheit angestrebt, jedoch nur schwer erreicht, was Folgen für die Qualität des Beteiligungsprozesses haben kann. Das Phänomen wird auch als Hierarchiefaktor bezeichnet.