Störungen in Beteiligungsprozessen können viele Gründe haben. Egal, ob diese bewusst stattfinden, oder Ergebnis von Prozess- bzw. Moderationsfehlern sind: Gute Beteiligungsmoderation muss darauf reagieren.
Dabei ist längst nicht alles, was von der Moderation als Störung wahrgenommen wird, auch wirklich eine. Gute Beteiligung kann Konflikte selten lösen, das ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie macht sie sichtbar – und damit bearbeitbar. Wenn dies in einem Prozess gelingt, kann dies zunächst als Störung wahrgenommen werden. In Wirklichkeit ist die Beteiligung aber genau da angekommen, wo sie hinwill: Konflikte liegen auf dem Tisch – und ein gemeinsamer Umgang damit wird zum Thema.
Deshalb ist es bei jeder Störung zunächst an der Moderation, zu klären, ob es sich um eine Störung oder eine Konflikterkenntnis handelt. Im Zweifel thematisiert dies die Moderation und analysiert es gemeinsam mit der Gruppe.
Echte Störungen hingegen können viele Ursachen haben: Viele Menschen haben kaum Erfahrungen mit wertschätzenden Diskursen, oft wird Kritik überspitzt oder gar unflätig artikuliert, umgekehrt wird sachliche Kritik persönlich interpretiert. Manchmal gibt es komplexe Vorgeschichten im Kreis der Beteiligten. Manchmal ein starkes Misstrauen gegenüber der beteiligenden Institution, der Moderation oder dem ganzen Prozess. In einigen Fällen sind Menschen nur da, um den Prozess zu behindern oder zu zerstören.
All die Störungen haben jedoch eines gemeinsam: Sie sind nur dann eine Bedrohung, wenn die Moderation keinen konstruktiven Umgang damit findet. Doch den muss sie nicht allein finden. Störungen können immer in der gesamten Beteiligungsgruppe thematisiert und gemeinsam analysiert und bearbeitet werden. Die Beteiligung kennt hierfür zahlreiche bewährte Methoden.
Nicht jede Störung braucht man, aber jede kann man nutzen, um die Gruppendynamik und damit den Prozess zu stärken.