Sinus-Milieus

Die sogenannten Sinus-Milieus fassen Menschen mit ähnlichen Werten und einer vergleichbaren sozialen Lage in einer Matrix zusammen. Das hilft bei der Lokalisierung und Ansprache besonderer Akteursgruppen.

Die Sinus-Milieus wurden vom SINUS-Institut entwickelt und sind heute elementar, zum Beispiel für Werbung und Marketing. In der vertikalen Achse ist jeweils die soziale Lage (sie reicht von niedrig bis hoch) dargestellt und in der horizontalen Achse die Wertorientierung (sie reicht von traditionell bis postmodern).

Je höher ein Milieu in dieser Grafik angesiedelt ist, desto gehobener sind Bildung, Einkommen und Berufsgruppe; je weiter nach rechts es sich erstreckt, desto moderner im soziokulturellen Sinn ist die Grundorientierung des jeweiligen Milieus.

Soll die Beteiligung breit und inklusiv sein, müssen auch milieuspezifische Barrieren angegangen werden. Nach jetzigem Forschungsstand kann man davon ausgehen, dass Merkmale wie niedrige formale Bildungsabschlüsse, geringes Einkommen, kulturelle Prägungen und besondere Teilhabebedürfnisse durch physische oder psychische Beeinträchtigungen die Teilhabewahrscheinlichkeit mindern. Eine wesentliche Barriere für die fehlende Bereitschaft zur Beteiligung ist das Gefühl, von Politik und Verwaltung weder wahr- noch ernst genommen zu werden.

Letztlich können die Sinus-Milieus aber nicht alle Beteiligungsbarrieren erklären. Für die Frage, ob ein Mensch zu einer der beteiligungsfernen Gruppen gehört, spielen noch weitere Faktoren eine Rolle.