Beteiligungsferne Gruppen

Beteiligungsferne Gruppen sind Gruppen, die aus unterschiedlichen Gründen (Sprache, Alter, Lebenssituation) nur schwer für Beteiligung zu gewinnen sind.

Studien haben ergeben, dass vor allem die soziale Lage einen Bezug zur Bürgerbeteiligung erkennen lässt. Die grobe Erkenntnis lautet: Je geringer das Einkommen, desto weniger Beteiligungsbereitschaft. Das ist aber bei Weitem nicht der einzige Faktor, der eine Rolle spielt. Bei folgenden Gruppen kann man davon ausgehen, dass sie aus unterschiedlichen Gründen auf eine einfache Einladung hin überdurchschnittlich selten an Beteiligungsprozessen teilnehmen:

  • Menschen ohne festen Wohnsitz
  • Menschen mit geringer Literalität
  • Menschen mit formal geringer Bildung
  • Menschen ohne Internetzugang
  • Arbeitssuchende
  • Vielbeschäftigte
  • Flüchtlinge und Asylsuchende
  • Migrant*innen
  • Arme bzw. armutsgefährdete Menschen
  • Chronisch Kranke
  • Psychisch Kranke
  • Suchtkranke
  • Wenig mobile Menschen
  • Kinder und Jugendliche
  • Alte Menschen
  • Alleinerziehende
  • Menschen mit Behinderungen
  • Ethnische Minderheiten
  • Menschen in Heimen und Einrichtungen
  • Radikal Religiöse
  • Menschen in ländlichen Regionen
  • Pendler*innen
  • Reichsbürger*innen
  • Menschen mit extremen politischen Ansichten
  • Menschen, die Verschwörungstheorien anhängen.

Die Liste hilft. Wenn sie nicht zu absolut gelesen wird. Sie besagt lediglich, dass Menschen, die einer (oder mehrerer) dieser Gruppen angehören, statistisch dazu neigen, sich eher ungern zu beteiligen, und deshalb eine besondere, persönliche Ansprache Sinn machen kann – wenn sie beteiligt werden sollen, weil sie betroffen sind. Denkbar sind bei diesen Gruppen auch Formate der aufsuchenden Beteiligung.