Die Partizipationsleiter („Ladder of Citizen Participation“) ist ein 1969 von der US-Stadtplanerin Sherry R. Arnstein entwickeltes Stufenmodell, das die unterschiedlichen Intensitätsgrade und Machtverhältnisse bei der Bürgerbeteiligung darstellt.
Arnsteins Leiter umfasst acht Stufen, die in drei Hauptkategorien unterteilt sind:
1. Nicht-Beteiligung (Non-Participation)
- Stufe 1: Manipulation (Manipulation): Bürger*innen werden in Gremien geholt, um sie zu beeinflussen oder zu instrumentalisieren (scheinbare Beteiligung).
- Stufe 2: Therapie (Therapy): Einbezug wird genutzt, um das Verhalten oder die Einstellungen von Menschen zu „heilen“ oder anzupassen, statt ihre Anliegen ernst zu nehmen.
2. Alibi-Beteiligung / Scheinpartizipation (Tokenism)
- Stufe 3: Informieren (Information): Eine Einweg-Kommunikation, bei der Bürger*innen Fakten oder Pläne erfahren, aber nicht reagieren können.
- Stufe 4: Anhörung / Konsultation (Consultation): Meinungen werden abgefragt (z. B. durch Umfragen), es gibt jedoch keine Garantie, dass diese berücksichtigt werden.
- Stufe 5: Beschwichtigung / Abwiegelung (Placation): Bürger*innen dürfen mitreden, aber die Entscheidungsmacht verbleibt komplett bei den Machthaber*innen, die sich beratende Stimmen als Feigenblatt aussuchen.
3. Tatsächliche Bürgermacht (Citizen Power)
- Stufe 6: Partnerschaft (Partnership): Macht wird durch Verhandlungen zwischen Bürger*innen und Machtinhaber*innen aufgeteilt; es wird gemeinsam entschieden.
- Stufe 7: Delegierte Gestaltung (Delegated Power): Bürger*innen erhalten die Mehrheit der Entscheidungsmacht oder die Verantwortung für einen bestimmten Bereich.
- Stufe 8: Subsidiarität (Citizen Control): Die vollständige Kontrolle und Entscheidungsmacht liegt direkt bei den Bürger*innen, ohne Einmischung von außen.