Kontrollverlust beschreibt die Sorge von Akteuren in Verwaltung und Politik, durch Bürgerbeteiligung die Kontrolle über ein Vorhaben oder einen Prozess zu verlieren.
Tatsächlich ist dies eine verbreitete und nicht gänzlich unberechtigte Befürchtung. Wer beteiligt, verliert jedoch nicht die Kontrolle über einen Prozess, sondern meist nur die Illusion von Kontrolle. An den Betroffenen vorbei Regelungen zu treffen und Vorhaben zu realisieren, funktioniert heute nur noch selten – und wenn, sorgt das Vorgehen im Anschluss für Konflikte.
Bei Beteiligung geht es nicht darum, die Entscheidung zu delegieren, sondern eine anstehende Entscheidung stärker zu legitimieren und akzeptierbarer zu machen – indem ein dialogischer Prozess mit Wirkungsanspruch gestaltet wird. Das bedeutet vordergründig einen Verlust der Kontrolle über die öffentliche Debatte, zugleich jedoch die Möglichkeit, diese aktiv, konstruktiv und zielgerichtet zu gestalten.
Kontrollverlust zu vermeiden, indem Beteiligung umgangen wird, kann am Ende zu völligem Kontrollverlust führen, wie zahlreiche gescheiterte Vorhaben immer wieder neu belegen.