Konfliktbeteiligung

Tatsächlich hat Bürgerbeteiligung viel mit Konflikten zu tun. Oft sind Konflikte der Auslöser. Oft treten in der Beteiligung vermeintlich neue Konflikte auf und am Ende sind selten alle wirklich zufrieden.

Doch genau aus diesem Grund ist Beteiligung so wichtig: Es gibt Konflikte in unserer Gesellschaft, ja im Grunde bei jedem Vorhaben. Immer profitieren einige, andere nicht. Wiederum andere müssen möglicherweise verzichten, erdulden, tolerieren. Das fällt in einer immer individualisierteren Gesellschaft vielen immer schwerer. Bürgerbeteiligung ist kein Allheilmittel, das Konflikte abräumt, schon gar nicht still und leise.

Die Stärke von Beteiligung ist es, solche Konflikte sichtbar, verstehbar und damit auch bearbeitbar zu machen. Je mehr Beteiligte erkennen, dass auch die Interessen anderer berechtigt sind, um so größer ist die Chance, am Ende akzeptable Lösungen zu generieren. Um die Argumente nachvollziehbar, rechtzeitig und klar zu erkennen, ist von nicht zu überschätzender Bedeutung, dass die Kommunikation alle Bürgerbeteiligungsprozesse und Anstrengungen zu begleiten hat und gut geplant und professionell ausfällt. Selten gibt es eine Lösung, die alle gleichermaßen glücklich macht.

Oft aber macht Beteiligung die Lösung besser. Und das in doppelter Hinsicht: Mehr Menschen können sich damit arrangieren und jene, die es nicht können oder wollen, haben tatsächlich geringere Chancen, die Lösung auf juristischem oder politischem Weg zu verhindern, wie mehrere politikwissenschaftliche Studien belegen. Gerade, wenn gemeckert wird, ist Beteiligung besonderes hilfreich. Weil sie gegenseitige Wertschätzung fördert, Kompromisse fordert und Pfade zu Lösungen aufzeigt..