Der Ingenieur und die Stoppuhr

Eine neue Ausgabe des Newsletters demokratie.plus ist erschienen: Es gibt viele Beispiele Guter Bürgerbeteiligung. Wir sollten sie kennen. Kopieren sollten wir sie nicht.


Auszug:

Effizienz ist heute überall ein Thema. In nahezu jeder modernen Stellenausschreibung, in jedem Leitfaden für Führungskräfte rangiert das Wort unter den drei wichtigsten Begriffen.

Das ist nicht neu.

Tatsächlich ist sie weit über ein Jahrhundert alt. Keinem anderen als Frederick Winslow Taylor wird nachgesagt, der „Erfinder der modernen Effizienz“ zu sein.

1899 war die Bethlehem Iron Company in Pennsylvania ein Gigant der US‑Schwerindustrie. Und das hieß vor allem: Knochenarbeit.

Ströme von Arbeitern wälzten sich täglich durch die lärmenden Hüttenwerke, um rohe Eisenblöcke – jeder einzelne über 40 Kilogramm schwer – per Hand auf Güterwaggons zu verladen.

Sie kämpften mit der schieren Masse des Metalls, schafften im Schnitt gerade einmal rund 12 Tonnen am Tag und bezahlten den Feierabend mit chronisch überlasteten Muskeln und blanker Erschöpfung.

Effizientere Maschinen ließen die damalige Technik noch nicht zu. Die Fabrikbesitzer schimpften über die Trägheit, die Arbeiter über den harten Dienst.

Es musste eine Lösung her.