Gute Beteiligung beginnt frühzeitig, wenn noch möglichst wenig verbindliche Festlegungen getroffen wurden.
Gerade in Planungsprozessen besteht die Gefahr, dass die Beteiligung erst spät stattfindet, wenn Teile der Planung bereits „in trockenen Tüchern“ sind. Das kann zu Frustrationen bei Beteiligern und Beteiligten führen, weil die Beteiligung dann schnell in eine Verteidigung bestehender Planungen durch die Planenden abdriftet.
Grundsätzlich gilt: Beteiligungsverfahren entfalten besonders dann große Gestaltungsmöglichkeiten, wenn sie bereits zu Beginn eines Vorhabens einsetzen. Solange sich die Planung noch in einem frühen Stadium befindet, stehen wesentliche Entscheidungen häufig aus. Zielsetzungen können noch angepasst, unterschiedliche Lösungswege geprüft und verschiedene Varianten entwickelt werden. Dadurch besteht die Chance, Anregungen, Bedenken und Vorschläge aus der Bürgerschaft tatsächlich in die weitere Ausgestaltung einfließen zu lassen. Je weiter ein Projekt dagegen bereits geplant und konkretisiert ist, desto geringer werden in der Regel die Möglichkeiten, grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Dieses Phänomen kennen wir als Beteiligungsparadox.
Ein Merksatz lautet: Beteiligung kann kaum zu früh beginnen, sie kann aber durchaus zu früh enden.