Eine neue Ausgabe des Newsletters demokratie.plus ist erschienen: Unsere Kommunikation findet immer mehr zeitversetzt statt. Das hat Folgen für die Qualität der Diskurse.
Auszug:
Die Lehrerin meiner Tochter wollte helfen.
Denn sie hatte, trotz intensiver Vorbereitung in der Klasse und einiger Bewerbungen, noch immer keinen Platz für das obligatorische Schülerpraktikum gefunden.
Die meisten Mitschüler*innen waren fein raus. Sie gingen einfach eine Woche mit ihren Vätern, Müttern, Onkeln oder Tanten zur Arbeit.
Besonders gut waren jene dran, deren Eltern im naheliegenden AUDI-Werk beschäftigt waren: Für sie konnten die Eltern einen einwöchigen Erste-Hilfe-Kurs beim betriebsärztlichen Dienst klarmachen – sehr beliebt, denn die Kids waren kurz vorm Führerscheinalter.
Unsere Tochter hatte Pech. Keine abhängig beschäftigten Eltern, schon gar nicht bei Audi.
Also half ihr die Lehrerin, hatte einen sogar recht interessanten Praktikumsplatz im Jugendzentrum klargemacht und gab ihr die Telefonnummer der dortigen Leitung.
Sie musste nur noch anrufen.