Psychological Ownership (psychologisches Eigentumserleben) bezeichnet das Gefühl, dass ein Gegenstand, eine Idee oder eine Organisation „mein“ oder „unser“ ist, ohne dass dafür ein formales Eigentumsverhältnis bestehen muss.
Psychological Ownership entsteht durch Faktoren wie Gewohnheit, räumliche Nähe oder Personalisierung. Es ist deshalb ein Phänomen, das in Beteiligungsprozessen wirkt und deshalb berücksichtigt werden sollte.
Insbesondere wenn eine Verwaltung im unmittelbaren Lebensumfeld von Menschen gestaltend tätig ist, entstehen schnell Widerstände, die in ihrer Härte immer wieder überraschen. Ob Bäume im öffentlichen Raum gefällt oder gepflanzt werden, ja selbst bei vermeintlich positiven Maßnahmen wie Verkehrsberuhigungen oder zeitlich befristeten „Sommerstraßen“: Immer geht es um echte oder befürchtete Beeinträchtigungen. Aber eben auch um Maßnahmen „Fremder“ (zu denen auch eine Verwaltung gehört) im „eigenen“ Bereich.
Die Betroffenen darüber aufzuklären, dass ihr Ownership nur eingebildet ist, klingt logisch. Funktioniert aber meist nicht. Meist macht es Sinn, im ersten Schritt das Psychological Ownership anzuerkennen und zur Grundlage von Beteiligung zu machen. Beteiligung entwickelt sich dann vom Defizitmodell (Wir klären die Beteiligten auf.) zu einem gemeinsamen Ownershipmodell: Wir gestalten etwas gemeinsam.
Das funktioniert aber nur, wenn die Beteiligten nicht mit vollendeten Planungen konfrontiert werden, sondern mit Herausforderungen. Ownership anzuerkennen heißt: keine Lösungen zu erklären, sondern Lösungen gemeinsam zu gestalten. Wird das zum Prinzip eines Beteiligungsprozesses, liegt im Psychological Ownership am Ende sogar Potenzial für besonders nachhaltige Lösungen.